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Wie kann man Nachrichten überprüfen? Es ist nicht einfach, falsche Nachrichten von richtigen zu unterscheiden. Mitunter ist es mühsam und zeitaufwendig, eigene Informationen zu recherchieren. Gerade Zeit ist häufig knapp! Und wo fängt man dabei an, wie geht man vor? Doch Fake News oder Verschwörungstheorien auf die Spur gekommen zu sein, aber auch den tatsächlichen Wahrheitsgehalt einer Nachricht durch eigene Recherchen bestätigt zu haben, sorgt auch für motivierende Erfolgserlebnisse. So oder so kann man eine Menge dabei lernen und arbeitet sich tiefer in ein Thema ein. Einen praktikablen Einstieg zur Prüfung des Wahrheitsgehaltes und der Plausibilität bietet die Hinterfragung untenstehender Kriterien. Inhaltsübersicht Prüfung des Impressums Prüfung von Urheber und Internetadresse Prüfung der Inhalte Prüfung von Fotos und Videos Prüfung der Falsifizierbarkeit Prüfung der Plausibilität Meldung machen Prüfung des Impressums Die Informationen einer Internetseite oder einer Publikation ohne Impressum müssen - unabhängig von der rechtlichen Relevanz - mindestens sehr kritisch gesehen werden. Denn das Impressum gibt eine für die Veröffentlichung verantwortlichen Person sowie Kontaktdaten an. Somit werden die Informationen einer Seite nicht anonym veröffentlicht. Allerdings ist zu beachten, dass ein Impressum nicht in allen Ländern vorgeschrieben. Gibt es ein Impressum, in dem ein/e Verantwortliche/r für die Inhalte genannt wird? Wer ist für einen gedruckten Flyer verantwortlich und notfalls haftbar zu machen? Prüfung von Urheber und Internetadresse Das Layout von Internetseiten und gedruckten Flyern kann dem Layout bekannter Nachrichtenredaktionen oder Unternehmen nachempfunden worden sein. Oft verraten sich die Fakes durch Kleinigkeiten: ein leicht modifiziertes Logo oder Rechtschreibfehler. Ein kritischer Blick auf die Internetadresse kann helfen, unterschiedliche Schreibweisen gegenüber der korrekten Adresse zu erkennen. Gibt es die im Impressum angegebene Person, Institution oder Redaktion überhaupt? Was ist über sie bekannt? Was ist über den Autor eines Textes bekannt? Was und wo hat er publiziert? In Sozialen Netzwerken sollte kontrolliert werden, welches Profil der Absender eines strittigen Postings hat. Welche Beiträge wurden bisher von ihm/ ihr veröffentlicht? Welche Follower hat er/ sie? Handelt es sich um einen realen Menschen oder einen Social Bot? Prüfung der Inhalte Besondere Aufmerksamkeit muss auf den in einer Publikation oder auf einer Internetseite dargestellten Inhalt gelegt werden. Passt das Erstellungsdatum eines Artikels oder Postings mit den im Text erwähnten Ereignissen zusammen? Wurde über das gleiche Thema schon woanders berichtet? Wenn ja: wo und von wem? Unterscheiden sich die Darstellungen? Gibt der/ die Autor/in Quellen für die Inhalte an? Können Zitate überprüft werden? Wie seriös erscheinen weitere Artikel der zu prüfenden Internetseite, sowie des Autors/ der Autorin? Prüfung von Fotos und Videos Fotos und Videos dienen oft dazu den Wahrheitsgehalt einer Aussage zu belegen. Denn das im Text dargestellte wurde ja schließelich auch gefilmt oder fotografiert. Doch auch hier kann leicht manipuliert werden. Kann das Foto/ Video tatsächlich am angegeben Ort aufgenommen worden sein? Passen Autonummernschilder, die Sprache auf Werbeplakaten, die Kleidung von Menschen oder die im Video von den Menschen gesprochene Sprache zu dem Land oder dem Ort, in dem ein bestimmtes Ereignis stattgefunden haben soll? Gibt es bei Fotos Hinweise auf die bewusste Inszenierung von Szenen? Gibt es Hinweise auf Retuschierungen? Wurde das Video bearbeitet, um nur ganz bestimmte Bildausschnitte gezeigt? Prüfung der Falsifizierbarkeit Verschwörungstheorien sind in sich geschlossen, d. h. alle widersprechenden Fakten werden als Belege für die besondere Geschicklichkeit und Gefährlichkeit der Verschwörer interpretiert. Damit werden sie als Beleg für die tatsächliche Existenz einer Verschwörung umgedeutet. Wie gehen die Urheber/innen oder Vertreter/innen einer zu prüfenden Aussage mit Gegenargumenten um? Prüfung der Plausibilität Komplexe Ereignisse gelten Verschwörungstheoretikern als Ergebnis zielgerichteter Handlungen der verdächtigten Personen oder Personenkreise. Kann es im vorliegenden Fall tatsächlich so sein, wie es die Aussage einer Publikation, einer Internetseite oder eines Posts in Sozialen Medien darstellt? Ist im vorliegenden Fall die Koordination aller Einzelinteressen der vermeintlichen Verschwörer wirklich möglich? Sind die Folgen ihrer Handlungen immer abschätzbar und kontrollierbar? Gelingt die notwendige Geheimhaltung wirklich über einen langen Zeitraum (z. T. über Jahrhunderte hinweg) trotz großer Mitwisserschaft? (Grundsatz: „Einer redet immer!“) Meldung machen Wenn eine Nachricht als Fake News oder eine Aussage als Verschwörungstheorie erkannt worden ist, sollte sie beim Betreiber der Social-Media-Plattform, auf der sie veröffentlicht wurde, sowie bei Rechercheportalen, die über Fake News und Verschwörungstheorien aufklären, gemeldet werden. Autor: Martin Schneider, M. A. letzte Aktualisierung: 30.07.2021 Zitierempfehlung Martin Schneider: „Wie kann man Nachrichten überprüfen?“, in: Mensch Geschichte Politik (30.07.2021) [http://www.mensch-geschichte-politik.de/qualitaetscheck.htm].
© Martin Schneider 2014 - 2022
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„Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft!“

(Wilhelm von Humboldt, 1767 - 1835)

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Wie kann man Nachrichten überprüfen?
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